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Die Wahrheit... Drucken E-Mail
...nichts als die Wahrheit!
Folgende Meldung erreicht die Jazzpolizei aus der Destination Düsseldorf:
Es kamen zur 21. Int. Jazz Rally Düsseldorf 310.000 Besucher.
Die Moderationen von Ali Haurand über die Geschichte des Jazz waren unglaublich.
U.a. auch die Konzerte und Moderationen im Landtag, NRW wunderbar, und viele Besucher.
Björn Sattle
Endlich spricht jemand die Wahrheit aus: die Moderationen von AH über die Jazzgeschichte waren "unglaublich". Mithin falsch (?)
Und wer ist Björn im Sattel, spricht er in Vertretung für Leonardo im Cabrio?
 
Entschuldige, liebe Barbara! Drucken E-Mail
senatorinbarbarakisselerMit 100.000 Euro unterstützt die Freie und Hansestadt Hamburg die Gala zur Verleihung des Echo Jazz (laut Spiegel Online).
Ist das viel Geld?
Ja. Jedenfalls gemessen an den 3.600 Euro, die der HH-Saxophonist Gabriel Coburger, laut gleicher Quelle, für eine Reihe mit über 40 Konzerten erhält.
"Mit dem Echo wird Hamburg auf der Landkarte des Jazz positioniert", sagt die Kultursenatorin, Prof. Barbara Kisseler.
Ein typischer Satz aus der Hauptstadt der Pfeffersäcke.
Wäre Michael, NDR, Naura noch an Deck, wir vernähmen jetzt den Aufprall eines Platzbeutels aus seiner Wortschleuder.
Sehr geehrte Frau Senator,  das ist doch "...." - nein, entschuldige, liebe Barbara (remember Theaterwissenschaftliches Institut, Uni Köln, ca 1975?), da bist du abenteuerlich schlecht beraten. Sagt die liebe Jazzpolizei. Aus Köln.
 
Es gibt keine Fehler im Jazz.... Drucken E-Mail
...denn die nächste richtige Note liegt nur einen Halbton entfernt.
Diese Theorie, die eigentlich eher ein Bonmot ist, vertritt ganz gerne August-Wilhelm Scheer, der Industrielle, Jazz-Förderer und Amateursaxophonist aus dem Saarland (z.B. hier).
Was einen veritablen Jazz-Professor wie Eckehard Jost schon mal auf die Palme bringt.
Aber, jetzt greift ein Schwergewicht diesen Gedanken auf, nämlich der auch ansonsten nicht auf den Mund gefallene Vibraphonist Stefon Harris.
Es gebe keine Fehler im Jazz - sondern nur verpasste Gelegenheiten, sagt er und demonstriert er auf der Bühne für NPR Ted The Radio Hour.
Aus der Perspektive eines Jazzmusikers sei es einfacher, über die Fehler anderer Personen zu sprechen. Und bevor man ihn für Franziskus I. halten könnte, den nächsten Unfehlbaren, bittet Stefon Harris seinen Pianisten, ein f# zu spielen, wo f erwartet wird - und moduliert den "falschen Ton" einfach in seine Vibraphonwolke hinein.
Das alles kann man hören & sehen. Wer des Englischen nicht so mächtig ist, kann sich Untertitel dazu aurufen. In 26 Sprachen.
Und nun erwartet die Jazzpolizei eine profunde Gegenrede.
 
Wayne Shorter und die Zweite Reihe Drucken E-Mail
Die Video-Qualität ist lausig, aber der Groove!
Wayne Shorter und Tom Canning, keyb, Gary Willis, bg, Tom Brechtlein, dr - alles Leute aus der zweiten Reihe!
Zweite Reihe? Wa heisst das schon?
Bei 6:25 wäre der Bandleader eigentlich wieder dran gewesen, er sieht den Willen in des Drummers Augen, auf halbem Wege kehrt er wieder um und überlässt Tom Brechtlein das Feld.
Die Drummer jubeln: Brechtlein war noch vor Vinnie Colaiuta da, da wo jener seit langem ist. Das war ca 1985.

 
Krantz! Drucken E-Mail
Hurrah! Wie seine französische Agentur mitteilt, kommt Wayne Krantz im Sommer dieses Jahres auf Europa-Tournee (mit Keith Carlock und Tim Lefebvre).
Die Jazzpolizei schürt die Vorfreude mit einem Video, aufgenommen im September 2012 in Tokio, das ab 10:00 a rare moment in jazz-history zeigt:
Nate Wood spielt gleichzeitig Baßgitarre und snare drum:


 
Robert Glasper rules... Drucken E-Mail
...Licht aus! Spot an! (4:16)

 
Als die Schlagzeuger noch Kerle waren... Drucken E-Mail
...zogen sie muskelbewehrt in so genannte "Trommel-Schlachten" und nahmen - wie Art Blakey und Ginger Baker in München 1972 (?) - dabei nicht einmal die Fluppe aus den Mundwinkeln.
Ethan Iverson, der Pianist von The Bad Plus, hat dieses schöne Exemplar für seinen Blog Do The Math ausgegraben.
Iverson mag Baker (jedenfalls bei Cream und stellenweise Blind Faith). Aber er regt sich wahnsinnig darüber auf, dass jemand in der New York Times eine Videosequenz mit Ginger Baker zitiert, worin jener sagt, seine Idole (Max Roach, Elvin Jones, Art Blakey und Phil Seamen, hätten ihn als peer anerkannt, als gleichwertig.
Das bringt den klugen Iverson doch ziemlich auf die Palme:
"Natürlich spielt Blakey viel besser (das muss ich doch nicht extra sagen), aber selbst bei gedrosselter Lautstärke ist Blakey´s überragende moralische Autorität offenkundig."
Mhm.
Die Jazzpolizei hat zwei Fragen an Ethan Iverson:
1. Käme bei Vollpegel auch Art Blakey´s moralische Autorität auf ihren maximalen Wert?
2. Warum erwächst aus handwerklich/künstlerischer Überlegenheit moralische Autorität? (Selbst wenn man Iverson konzediert, dass das klassische Jazzdrumming, auf das auch Ginger Baker sich bezieht, eine "fast exklusiv afro-amerikanische Erfindung" war und die Erfinder in einer "rassistischen Gesellschaft" sich behaupten mussten?)